{"id":591,"date":"2013-05-23T12:58:02","date_gmt":"2013-05-23T12:58:02","guid":{"rendered":"http:\/\/turmlahnstein.wordpress.com\/?p=591"},"modified":"2013-05-23T12:58:02","modified_gmt":"2013-05-23T12:58:02","slug":"interview-mit-dem-betreuer-der-sjrp-bei-der-djem-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/turm-lahnstein.de\/?p=591","title":{"rendered":"Interview mit dem Betreuer der SJRP bei der DJEM 2013"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-592\" alt=\"andrej\" src=\"https:\/\/turm-lahnstein.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/andrej.jpg?w=200\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/turm-lahnstein.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/andrej.jpg 648w, https:\/\/turm-lahnstein.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/andrej-201x300.jpg 201w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Andrej nahm sich Zeit, erz\u00e4hlte uns was hinter den Kulissen bei der DEM passiert und sprach dar\u00fcber, wie sein Betreuer-Alltag aussieht.<\/p>\n<p><strong>Turm Lahnstein (TL): Andrej, du bist nun schon zum dritten Mal als Betreuer bei der DEM dabei, warst auch zwei Mal als Betreuer bei der DLM [wobei SJRP dieses Jahr einen hervorragenden 3. Platz belegt hat]. Wie sieht so ein typischer Tag eines \u201eerfahrenen\u201c Betreuers aus?<!--more--><\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Ein typischer Tag eines Betreuers: Man steht um ca. 7:30 Uhr auf, macht sich frisch und dann kommen schon die ersten Kinder an, die vorbereitet werden wollen. Nach der Vorbereitung geht man rein<em> [in den Turniersaal]<\/em> und guckt sich die Spiele in der kiebitzfreien Zeit, dann geht man in aller Ruhe fr\u00fchst\u00fccken. Dann ein dreht man seine Runden im Spielsaal, geht spazieren oder vielleicht schwimmen. Um 12 Uhr gibt es Mittagessen und man begr\u00fc\u00dft seine ersten Sch\u00fcler, die schon fertig sind und danach geht es mit der Vorbereitung weiter, weil um 14 Uhr ist meistens schon die n\u00e4chste Runde. Man guckt sich kurz die Gegner an. Danach hat man wieder etwas Freizeit. Zwischendurch analysiert man mit den Spielern ihre Partien, es kommt Nachbereitung. Um 18 Uhr gibt es Abendessen. Danach ist die Auslosung da und die Kleinen wollen vorbereitet werden. Bis 22 -23 Uhr macht man die Vorbereitung, danach geht man noch ein Bierchen trinken und dann ins Bett. So viel Freizeit hat man als Betreuer gar nicht!<\/p>\n<p><strong>TL: Worauf muss man bei der Vorbereitung vor allem achten, damit man erfolgreich ist?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Vor allem sollte man vielleicht darauf achten, dass man nicht \u00fcberrascht wird! Wenn der Gegner etwas Besonders spielt, wie ein Gambit oder so etwas, dann muss man es im Voraus wissen, damit man zeigt, wie man diese Stellungen umgeht, die der Spieler noch nicht auf dem Brett hatte. Man soll seinem Spieler das Gef\u00fchl der Sicherheit geben, auch wenn es nicht so ist: Hauptsache er f\u00fchlt sich sicher und ist guter Dinge, dass er gewinnen wird.<\/p>\n<p><strong>TL: Leidet man als Betreuer, wenn die Vorbereitung nicht funktioniert hat?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Das macht einem schon viel aus! Man bereitet sich oft 30-40 Minuten vor und teilweise weichen die Gegner ab und teilweise vergessen die Sch\u00fcler die Vorbereitung. Da denkt man sich, man hatte eine sch\u00f6ne Variante vorbereitet \u2013 und es kommt nicht aufs Brett!<\/p>\n<p><strong>TL: Berufsrisiko! Darf man fragen, wen du betreust und wie zufrieden du mit deinen Sch\u00fctzlingen bist?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Ich betreue in der U10 Vincent Keymer und Michael Yankelevich. Mit Vincent bin ich zufrieden, der steht im Moment auf Platz 1 und spielt um den Titel. Michael spielt im oberen Drittel, spielt leider zu schnell und deswegen sind die Ergebnisse noch nicht so&#8230; Aber es wird \u2013 er ist jetzt auf dem aufsteigenden Ast. In der U12 habe ich Elias M\u00fcller aus Niederkirchen. Das ist leider nicht sein Turnier und er bleibt unter seinen M\u00f6glichkeiten. In der U14w habe ich Sabrina Ley. Sie hat im Moment 50%. Das ist in Ordnung, weil sie im hinteren Drittel gesetzt ist. Ihr Ziel ist es 50% zu erreichen. Bis jetzt hat sie 2 st\u00e4rkere Gegner geschlagen und insgesamt ganz OK. In der U18w habe ich Ann-Kathrin Trettmann. Sie spielt auch unter ihren M\u00f6glichkeiten, ist krank ins Turnier gestartet und kann deswegen nicht ihre volle Leistung abrufen. Das war&#8217;s!<\/p>\n<p><strong>TL: Wie steht es gerade in diesem Augenblick bei deinen Sch\u00fctzlingen, kannst du es sehen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Es kommt darauf an, ob sie weit genug vorne spielen. Kann sagen, wie Vincent steht. Er steht etwas schlechter. Der Gegner hat die Vorbereitung umgangen, hat zum ersten Mal 1. d4 gespielt, sonst immer 1. e4. Die Stellung ist jedoch relativ unklar. Eigentlich hat der Wei\u00dfe Vorteil, aber ohne Rechner ist es nicht leicht zu sagen&#8230; Wahrscheinlich steht Wei\u00df, der Gegner von Vincent, etwas besser! Kann leider nicht sagen, wie Sabrina im Moment steht. Michael hat gewonnen, ist nun auch vorne mit dabei.<\/p>\n<p><strong>TL: Wie ist die Stimmung im SJRP-Team?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Ich w\u00fcrde sagen sie ist in Ordnung. Es gibt keine besonderen Probleme, man setzt sich mit Betreuern am Abend ein Bierchen trinken und bespricht dann die Erfolge und Misserfolge des Tages. Bei den Kindern ist auch alles in Ordnung, es gibt ein umfangreiches Rahmenprogramm: Kinder k\u00f6nnen z.B. Tischtennis spielen und sich vom Schach erholen. Insgesamt sieht es sehr positiv aus!<\/p>\n<p><strong>TL: Du bist ja als Lehrer in der Schule t\u00e4tig und auch hier als Schachtrainer. Was machst du lieber?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Beides hat seinen Reiz, es gibt Unterschiede: In der Schule m\u00fcssen die Kinder da sein, ob sie wollen oder nicht; beim Schach sind Leute motivierter (Klar auch in den Naturwissenschaften gibt es motivierte Sch\u00fcler, aber nicht so viele wie beim Schach).<\/p>\n<p><strong>TL: W\u00fcrde es dich freuen, wenn Schach ein Schulfach w\u00e4re? W\u00fcrdest du gerne deine Mathe-Stunden abgeben um Schach zu unterrichten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Nicht alle Mathe-Stunden <em>[lacht]<\/em> &#8211; Mathe macht auch Spa\u00df zu unterrichten! Wenn man jedoch Schach als Unterrichtsfach einf\u00fchren w\u00fcrde, w\u00fcrde es mich nat\u00fcrlich freuen! Weil ich denke, es w\u00fcrde den Kindern nicht schaden, wenn sie statt einer Stunde Deutsch oder Mathe Schach spielen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>TL: W\u00fcrdest du vorschlagen, dass alle Sch\u00fcler dann beim Schach mitmachen m\u00fcssten, oder nur diejenigen die Spa\u00df daran haben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Bei Mathe haben ja auch nicht alle Spa\u00df! Also wenn, dann sollten alle mitmachen. Man kann im Unterricht differenzieren und wenn man es richtig aufbereitet, haben dann die meisten Sch\u00fcler Spa\u00df.<\/p>\n<p><strong>TL: Wie sehen deine Schachpl\u00e4ne als Spieler und Trainer aus?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrej:<\/strong> Als Spieler spiele ich n\u00e4chste Saison f\u00fcr SV Wiesbaden in der zweiten Bundesliga und dann sehen wir weiter;-) Ich habe noch nie zweite Bundesliga gespielt &#8211; es wird eine interessante Herausforderung! Als Trainer werde ich im n\u00e4chsten Jahr anstreben, den A-Trainer-Schein zu erwerben, damit ich Kinder noch besser betreuen kann; werde im Rheinland-Kader weiterhin t\u00e4tig bleiben und eventuell auch den Rheinland-Pfalz-Kader mitbetreuen.<\/p>\n<p><strong>TL: Vielen Dank f\u00fcr das Interview und viel Erfolg noch in den restlichen Tagen!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andrej nahm sich Zeit, erz\u00e4hlte uns was hinter den Kulissen bei der DEM passiert und sprach dar\u00fcber, wie sein Betreuer-Alltag aussieht. 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